Autofahren in Australien

Um in Down Under unabhängig zu sein, ist ein Mietfahrzeug, egal ob PKW oder Camper (in Australien bestehen die Bezeichnungen Camper, Campervan, Wohnmobil und Motorhome), die ideale Wahl für den Reisenden.

Führerschein

Zur Anmietung ist zusätzlich zum gültigen nationalen Führerschein ein internationaler Führerschein notwendig. Diesen gilt es vor der Reise im Heimatland zu beantragen. Beide Führerscheine müssen von allen Fahrern mitgeführt werden. Der Internationale Führerschein kann nur noch beantragt werden, wenn gleichzeitig der neue EU-Kartenführerschein ausgestellt wird. Wegen der möglichen Bearbeitungszeiten ist eine rechtzeitige Beantragung der Dokumente empfehlenswert. Die genannten Angaben beziehen sich auf deutsche Dokumente.

Verkehrsregeln

In Australien herrscht Linksverkehr! Doch auch im Linksverkehr gilt an Kreuzungen rechts vor links! Das Tempolimit innerhalb geschlossener Ortschaften beträgt 50 km/h, auf Autobahnen und Landstraßen 100 oder 110 km/h. Nur im Northern Territory gibt es keine Geschwindigkeitsbeschränkung. 
Es gilt die 0,5-Promille-Grenze. Achtung: ist man mit Mietfahrzeugen unterwegs, gilt oftmals eine 0,0-Promille-Grenze! Alkohol am Steuer ist verboten.
Alle Fahrzeuginsassen müssen angeschnallt sein. Baby - & Kindersitze sind Pflicht für Kinder bis 8 Jahre.
Für Motorrad - und Radfahrer besteht Helmpflicht.
In Sydney, Melbourne und Brisbane gibt es einige Mautstraßen (toll roads), die man entweder meidet oder sich um ein entsprechendes Ticket bemüht (online Registriegung mit Kreditkarte möglich), da die Durchfahrt elektronisch registriert wird und ohne Ticket bei Mietfahrzeugen teuer werden kann. Die Kosten für die Benutzung der Mautstraße trägt der Mieter. Die Abwicklung ist von Vermieter zu Vermieter verschieden - lassen Sie sich bitte bei der Fahrzeugübernahme durch den Vermieter aufklären.

Straßenzustände

Alle Hauptverbindungsstraßen sind asphaltiert. Im Outback und in den Nationalparks sowie abseits der Hauptrouten gelegenen Regionen findet man zahlreiche Schotter- und Sandpisten (gravel roads, unsealed roads). Diese dürfen aus versicherungsrechtlichen Gründen nur mit Allradfahrzeugen befahren werden. Bei heftigen Regengüssen werden Straßenbeläge schnell rutschig und häufig verursachen über die Ufer getretene Bäche und Flussläufe sogenannte Floodways .

Tanken

Diesel (diesel), bleifreies Benzin (unleaded petrol) und Autogas (LPG/autogas) sind preislich etwas günstiger als in Deutschland. Gleichwohl ist der Verbrauch aufgrund der großen Entfernungen sehr hoch. Das Tankstellennetz ist entlang der Ostküste dicht, im Outback und entlang der Westküste sind die Abstände der Tankstellen bisweilen recht groß.
Die Kosten je Liter Benzin und Diesel liegen bei ca. AUD 1,10 - 1,40, in entlegenen Gebieten auch darüber (Stand: September 2016); 1 AUD = ca. 0,67 € (Stand 02.09.16)


Mietwagen und Camper

Mietwagen und Camper können in Australien meist erst ab 21 Jahren gemietet werden. Für Fahrer über 75 Jahre müssen teilweise Mieten gesondert angefragt werden. Einige Vermieter bieten Fahrzeuge auch bereits ab 18 Jahren an.

Mietwagenstationen befinden sich in allen größeren Städten. Die großen Mietwagenanbieter wie Hertz, Avis, Thrifty, Budget oder Europcar verfügen außerdem über Flughafendepots. Daneben gibt es eine Reihe lokaler Mietfirmen, die häufig nur innerhalb eines bestimmten Gebiets tätig sind.

Camper und Wohnmobile
Australien ist ein Land für Camper und Wohnmobilisten. Jeder kleine Ort entlang der Küste hat einen Campingplatz, Nationalparks bieten weitere Möglichkeiten. Verschiedenste Fahrzeugmodelle, von Kleinbussen über Allradcamper bis hin zu luxuriösen Wohnmobilen, werden vermietet. 
Beschreibungen zu den verschiedenen Fahrzeugkategorien sowie den renommierten Anbietern finden sie unter Camper

Wohnmobil oder Mietwagen?

Diese viel diskutierte Frage steht für viele Reisende am Anfang der Reiseplanungen. Vor- und Nachteile gibt es für jede Fahrzeug- und Reiseart:

Wohnmobil – Vorteile
• Reisende sind in ihrer Reiseplanung äußerst flexibel, denn das eigene „Bett“ ist stets dabei.
• Campingplätze sind überall vorhanden, nur in seltenen Fällen ist eine Reservierung erforderlich.
• “Wildes Campen“ und Übernachten auf einfachen Nationalpark-Campgrounds ist häufig möglich. 
• Touren sind relativ preiswert, da Caravan Parks günstig sind und Selbstverpflegung möglich ist. 
• Das tägliche Koffer ein- und auspacken entfällt. 
• Mögliche Einweggebühren entfallen z.T. bei längeren Mieten 
• Die meisten Campmobile (außer Hi-Top Camper) verfügen über sparsame Dieselmotoren.

Wohnmobil – Nachteile
• Fahrzeuge sind im Grundpreis und bei den Versicherungskosten deutlich teurer als Mietwagen. 
• Große „Motorhomes“ sind vor allem in den Städten unhandlich. 
• Campingplätze bieten nur sanitäre Gemeinschaftsanlagen, hier leidet die Privatsphäre. 
• Mehr Arbeit: Fahrzeug aufräumen, Wasser auffüllen/ablassen, selbst kochen und abspülen.

Mietwagen – Vorteile
• Tagespreise für Mietwagen sind an der Ost- und Südküste günstig. 
• Wer mit dem Mietwagen plus Zelt reist, hat eine unschlagbar preiswerte Kombination gewählt. 
• Bei vorgebuchten Hotels entfallen Unwägbarkeiten und die Frage „Wo übernachte ich?“. 
• Hotels bieten einen komfortablen Übernachtungsstandard.

Mietwagen – Nachteile
• Zu den reinen Mietwagenkosten addieren sich Übernachtungskosten in Hotels sowie die Kosten für Restaurantbesuche. 
• Selbstverpflegung ist nur bedingt möglich. 
• Eine Mietwagentour führt meist von Stadt zu Stadt. Übernachtungen innerhalb von Nationalparks (mit Tierbeobachtungen in den Morgen- und Abendstunden) entfallen daher. 
• Täglicher Hotel Check-In/Check-Out sowie Koffer ein- und auspacken nerven auf Dauer. 
• Mietwagen werden meist nur mit Benzinmotoren angeboten (Ausnahme: große Allradfahrzeuge) – bei größeren Fahrzeugkategorien sind diese nicht unbedingt sparsam. 
• Mietwagen im Northern Territory und in Westaustralien (Remote Area) sind teurer und häufig mit hohen Einweggebühren verbunden.

Die Kostendifferenz zwischen Mietwagen (plus Hotel plus Essengehen) gegenüber Camper (plus Campingplatzkosten plus Selbstverpflegung) lässt sich nicht genau beziffern. Dazu sind die Unterschiede durch Saisonzeiten, Fahrzeugmodellen, Hotelkategorien und Nebenkosten zu unterschiedlich. Es ist letztlich eine „Glaubensfrage“. Wer bereits in anderen Ländern mit dem Wohnmobil unterwegs war und gerne campt, sollte dies in Australien genauso tun. Das Land ist mit seinen unzähligen Campingplätzen bestens darauf eingerichtet. Viele Australier sind selbst leidenschaftliche Camper. Wer gerne komfortabel nächtigt und bequem reist, sollte dieses mit dem Mietwagen und vorgebuchten Hotels tun. Die Infrastruktur ist auch hierfür ausgezeichnet.

Letztlich ist also die Wahl des richtigen Fahrzeugs eine „Glaubensfrage“ und eine Entscheidung der persönlichen Präferenz. Aufgrund der touristischen Infrastruktur ist häufig eine Mischung verschiedener Transportmittel und Reisearten ideal.

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